Info Tel: 03643 - 878 020 • www.elektronischer-rechtsverkehr.de ist ein Service von www.anwalten.de, www.ra-micro-thueringen.de und www.red-group.de


www.elektronischer-rechtsverkehr.de, beA und mehr ...

Auf www.elektronischer-rechtsverkehr.de informieren wir über die Hintergründe des elektronischen Rechtsverkehrs.

01.01.2018 - beA auf Grund von Sicherheitsproblemen vorerst außer Betrieb und damit nicht empfangsbereit!

Kategorie Auswahl:
bea - Anwaltspostfach news Fataler Konstruktionsfehler des beA - vom 17.01.2018, 16:47
So der Titel eines weietren Artikels bei heise.de . Anlass für den Artikel war der erneute Vortrag von Markus Drenger und Felix Rohrbach vom Chaos Darmstadt zu Ihren Erkennissen zur Sicherheit des beA Security Client. Markus Drenger und Felix Rohrbach vom Chaos Darmstadt sind die beiden IT Spezialisten, deren Untersuchung der beA Security Client Software die Sicherheitsprobleme des beA offenbahrten. Der heise.der Artikel ist sehr interessant geschrieben und erläutert leicht verständlich, wo das Problem des beA Security Clients liegt.

Aus meiner persönlichen Sicht liegt das Problem noch an einer ganz anderen Stelle: die BRAK hat den Auftrag aus § 31a BRAO zur Einrichtung der Postfächer mal wieder missverstanden. § 31a Abs I BRAO lautet:

Die Bundesrechtsanwaltskammer richtet für jedes im Gesamtverzeichnis eingetragene Mitglied einer Rechtsanwaltskammer ein besonderes elektronisches Anwaltspostfach empfangsbereit ein. Nach Einrichtung eines besonderen elektronischen Anwaltspostfachs übermittelt die Bundesrechtsanwaltskammer dessen Bezeichnung an die zuständige Rechtsanwaltskammer zur Speicherung in deren Verzeichnis.Das Gesetz verlangt von der BRAK die Einrichtung von Postfächern, nicht die Einrichtung eine Zugangsprogrammes, eines Clients zur Nutzung der Postfächer. Die Nutzung des beA im Browser ist vom Gesetzgeber nicht gefordert sondern eine Entscheidung der BRAK oder ihrer Berater. Das Sicherheitsproblem in dieser Architektur ist also hausgemacht.

Da es sich bei den beA Postfächern technisch wohl um "EGVP Postfächer" und bzgl. der Nachrichten um Nachrichten nach dem X-Justiz Datensatz handelt, hätte man es wohl beim Betreiben der Postfachinfrastruktur belassen und auf gängige EGVP Infratsruktur / Clients setzen können.

Wie dem auch sei, die Probleme sind eigentlich noch tiefer. Die BRAK setzt ihre ganze Engerie und das Geld der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte als Mitglieder der BRAK in den beA Webclient als zentrale Anwendung des beA. Die beA Kanzleisoftware Schnittstelle KSW wird kosequnet vernachlässigt. Diese Kanzleisoftware kommuniziert über eine Schnittstelle direkt mit dem beA. Die beA Client Security Software wird bei Verwendung der Kanzleiaoftware Schnittstelle nicht benötigt womit auch das von Markus Drenger und Felix Rohrbach entdeckte Problem nicht erheblich ist. Leider werden über die Kanzleisoftwareschnittstelle nicht alle Funktionen des beA wie z.B. des elektronische Empfangsbekanntnis und Prüfbarkeit von Signaturen bereit bestellt.

Nebenbei: auch bei Nutzung der Kanzleisoftwarschnittstelle bleibt ein weiteres Sicherheitsproblem, das des Umschlüsselns mit dem HSM erhalten.

Quelle des zitierten heise Artikels: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fataler-Konstruktionsfehler-im-besonderen-elektronischen-Anwaltspostfach-3944406.html

Ps: wieder überaus lesenswert: die Kommentare auf den Artikel: https://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Fataler-Konstruktionsfehler-im-besonderen-elektronischen-Anwaltspostfach/forum-395542/comment/

bea - Anwaltspostfach news neue Antworten der BRAK zur beA Panne - vom 10.01.2018, 10:33
Die BRAK hat am 09.10.2018 einen Reihe offener Fragen zur Zukunft des besonderen Anwaltspostfach beA nach den im Dezember 2017 entdeckten Sicherheitslücken und der Abschaltung des beA veröffentlicht.

Noch immer weiß die BRAK nicht, wann das beA wieder online gehen kann.

Interessante Anworten der BRAK:

15. Wird die BRAK den Rechtsanwälten eine angemessene Frist zwischen Ankündigung und Wiederinbetriebnahme der beA-Plattform einzuräumen?
Ja, die BRAK plant mit einer angemessenen Frist zwischen Ankündigung und Wiederinbetriebnahme der beA-Plattform. Wie lange dieser Zeitraum genau sein wird, wird die BRAK bekannt geben, sobald technische Fragen mit dem entsprechenden Dienstleister geklärt sind. Die Frist kann einen Zeitraum von zwei Wochen umfassen.

Wir halten eine Übergangsfrist von zwei Wochen zwischen Aktivierung des beA und Beginn der passiven Nutzungspflicht eindeutig für zu kurz. In dieser Zeit ist es nicht möglich, alle bundesweit zugelassenen Anwältinnen und Anwälte wieder an das beA anzubinden. Die zu erwartende Installation von Software und Einrichtung der IT Umgebungen wird in dieser zeit weder durch die Kanzleien noch durch externe IT Dienstleister zu schaffen sein.

Quelle der Fragen und Antworten: http://bea.brak.de/fragen-und-antworten/e-bea-muss-vorerst-offline-bleiben-fragen-und-antworten/

Die Fragen und Antworten der BRAK im Detail:

1. Warum ist das beA außer Betrieb?

Auf Veranlassung der BRAK ist die beA-Plattform seit dem 23. Dezember 2017 außer Betrieb. Hintergründe waren Hinweise auf Sicherheitsrisiken, die mit einem Modul der beA-Plattform, nämlich der Client Security, verbunden sind.

Die BRAK empfiehlt allen Nutzern, die ab dem 22. Dezember das online zur Verfügung gestellte Zertifikat installiert haben, dieses wieder zu deinstallieren. Eine Anleitung dazu finden Sie hier. Nach Deinstallation des Zertifikats bestehen für Hacker keinerlei Möglichkeiten mehr, das Zertifikat für Angriffe auf ihren Computer zu instrumentalisieren.

Sollten Sie das Zertifikat am 22. Dezember nicht installiert haben, brauchen Sie nichts zu tun. Für Sie besteht kein Sicherheitsrisiko.

2. Worin genau besteht das Sicherheitsrisiko, das aus dem am 22. Dezember online gestellten Zertifikat resultieren soll?

Aus dem am 22. Dezember online gestellten Zertifikat resultiert nach Installation ein Sicherheitsrisiko für die PC-Umgebung des Nutzers der beA-Plattform.

Mit Hilfe dieses Zertifikats ist es Hackern möglich, eigene Webseiten als vertrauenswürdig zu präsentieren, obwohl diese nicht vertrauenswürdig sind. Der Hacker könnte zudem einen weiteren IT-Sicherheitsangriff durchführen. Dieses Vorgehen würde den Angreifer in die Lage versetzen, Anwenderinnen und Anwender auf eigene Webseiten umzuleiten und im äußersten Fall den Rechner mit Schadsoftware zu infizieren.

3. Ich habe am 22. Dezember das online gestellte Zertifikat installiert. Wie kann ich es wieder deinstallieren?

Eine Anleitung zur Deinstallation des Zertifikats finden Sie hier.

Nach Deinstallation des Zertifikats bestehen für Hacker keinerlei Möglichkeiten mehr, das Zertifikat für Angriffe auf ihren Computer zu nutzen. Sollten Sie das Zertifikat am 22. Dezember nicht installiert haben, brauchen Sie nichts zu tun. Für Sie besteht kein Sicherheitsrisiko.

4. War die Kommunikation über das beA jederzeit sicher oder gibt es auch hier Sicherheitslücken?

Die Datensicherheit der über die beA-Plattform gesendeten und empfangenen Dokumente war jederzeit gegeben. Kein Dokument, das über das beA versendet wurde, war öffentlich, die Kommunikation war stets vertraulich und verschlüsselt.

5. Falls es in meinem persönlichen beA noch ungelesene Nachrichten gibt – wie rufe ich diese ab?

Es gibt im Moment für beA-Nutzer keine Möglichkeit, Nachrichten abzurufen, die in ein beA versandt und nicht abgeholt wurden. Seit dem 23. Dezember ist es bis auf weiteres nicht mehr möglich, Nachrichten in ein beA zu senden.

Die BRAK ist sich der Problematik dieser Situation bewusst. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das beA-System wieder ohne Sicherheitsrisiken für ihre Anwender zur Verfügung zu stellen, um den Nutzern der beA-Plattform den Zugriff auf ihre Nachrichten wieder zu ermöglichen.

6. Sind die Gerichte über die Abschaltung der beA-Plattform informiert?

Ja, die BRAK hat die Gerichte unmittelbar nach Abschaltung der beA-Plattform informiert. Hierzu hat die BRAK eine entsprechende Meldung auf der zentralen Plattform für Störungsmeldungen innerhalb der EGVP-Infrastruktur eingestellt. Die BRAK hat zudem die Landesjustizministerien sowie das Bundesjustizministerium in einem Schreiben über die Situation in Kenntnis gesetzt.

7. Welche Auswirkung hat die Abschaltung des beA-Systems auf die passive Nutzungspflicht für Rechtsanwälte?

Rechtsanwälte können die am 1. Januar 2018 eintretende passive Nutzungspflicht nicht erfüllen, solange die beA-Plattform vom Netz ist. Weder Rechtsanwälte noch Gerichte können im Moment Nachrichten in ein beA senden oder von dort abholen und müssen deshalb auf andere Medien ausweichen.

8. Wird der EGVP-Client zur Verfügung stehen, solange das beA außer Betrieb ist?

Nach Angaben der Justiz steht der EGVP-Client bis zum 13. Februar 2018 zur Verfügung. Anschließend soll es einen Nachfolgeclient geben, der dann noch der Verwaltung bereits empfangener Nachrichten dient. Sollte das beA bis zu diesem Zeitpunkt nicht wieder zur Verfügung stehen können, wird die BRAK rechtzeitig das Gespräch mit der Justiz suchen und sich um einen Weiterbetrieb des EGVP-Clients bemühen. Unabhängig von dem EGVP-Bürger-Client können Rechtsanwälte auch EGVP-Drittprodukte (http://www.egvp.de/Drittprodukte/index.php) nutzen.

Bitte beachten Sie, dass die Signaturfunktion des EGVP-Bürger-Clients eine Nachrichtensignatur (sogenannte Containersignatur) anbringt, die ab dem 1. Januar 2018 im Anwendungsbereich der ERVV unzulässig ist (zu § 4 ERVV siehe auch die Erläuterungen im beA-Newsletter 46/2017 vom 16. November 2017). Im Anwendungsbereich der ERVV müssen Sie daher die entsprechende qualifizierte elektronische Signatur mit externen Anwendungen anbringen.

9. Was bedeutet die Offline-Stellung des beA für die erweiterte Nutzungsverpflichtung im automatisierten Mahnverfahren?

Für das automatisierte Mahnverfahren gilt ab dem 1. Januar 2018 nach dem Gesetz zur Einführung der elektronischen Akte in der Justiz und zur weiteren Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs (vom 5. Juli 2017, BGBl. I 2208) eine erweiterte Nutzungsverpflichtung.

Es ist möglich, die erweiterte Nutzungspflicht ohne das beA zu erfüllen, denn das automatisierte Mahnverfahren sieht auch die Möglichkeit der Einreichung in Papierform über das sogenannte Barcode-Verfahren vor. Ebenso ist es möglich, einen EGVP-Bürgerclient oder ein EGVP-Drittprodukt (http://www.egvp.de/Drittprodukte/index.php) zu nutzen, um Mahnanträge in elektronischer Form einzureichen. Des Weiteren kann die Einreichung ab dem 1. Januar 2018 per DE-Mail erfolgen.

Der EGVP-Bürgerclient soll noch bis mindestens zum 13. Februar 2018 zur Verfügung stehen. Bitte beachten Sie, dass die Signaturfunktion des EGVP-Bürger-Clients eine Nachrichtensignatur (sogenannte Containersignatur) anbringt, die ab dem 1. Januar 2018 im Anwendungsbereich der ERVV unzulässig ist (zu § 4 ERVV siehe auch die Erläuterungen im beA-Newsletter 46/2017 vom 16. November 2017). Da aber nach Auskunft der Koordinierungsstelle für das automatisierte Mahnverfahren die ERVV hier nicht anwendbar ist, kann die vom EGVP-Bürgerclient erzeugte Containersignatur für das automatisierte Mahnverfahren auch im Jahr 2018 weiterhin verwendet werden.

10. Ist die Nutzung des Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnisses (BRAV) möglich, solange die beA-Plattform außer Betrieb ist?

Das Bundesweite Amtliche Anwaltsverzeichnis steht seit dem 10.01.2018 wieder unter www.rechtsanwaltsregister.org zur Verfügung. Das beA-System ist derzeit offline (vgl. Presseerklärung Nr. 15 v. 27.12.2017), von der Offline-Stellung des beA-Systems war zunächst auch das Verzeichnis betroffen.

11. Wie ist die Nutzung des zentralen elektronischen Schutzschriftenregisters (ZSSR) ohne das beA möglich?

Seit dem 1. Januar 2017 besteht aufgrund von § 49c BRAO eine berufsrechtliche Pflicht, das ZSSR zu nutzen. Dies ist jedoch nicht nur mit dem beA möglich, denn das Schutzschriftenregister ermöglicht Einreichungen sowohl über weitere EGVP-Clients als auch über ein Online-Formular.

Eine ausführliche Erläuterung der Einreichungsmöglichkeiten finden Sie im Handbuch des Schutzschriftenregisters unter https://schutzschriftenregister.hessen.de/sites/schutzschriftenregister.hessen.de/files/handbuch_zssr_of.pdf

12. Sind zurzeit Bestellungen über das Portal der Bundesnotarkammer (BNotK) möglich?

Es ist möglich, Bestellungen über das Portal der BNotK vorzunehmen.

Das beA-System ist derzeit offline (vgl. Presseerklärung Nr. 15 v. 27.12.2017), von der Offline-Stellung des beA-Systems war vorrübergehend auch die Bestellmöglichkeit betroffen wegen der Anbindung an das Bundesweite amtliche Anwaltsverzeichnis.

13. Wann geht das beA wieder in Betrieb?

Aktuell arbeitet der technische Dienstleister der BRAK mit Hochdruck daran, eine Lösung für das entstandene Problem zu finden. Die BRAK hat deutlich gemacht, dass sie keine halben Lösungen akzeptieren wird, sondern auch künftig sowohl die Sicherheit der beA-Webanwendung, als auch die Sicherheit der individuellen PC-Umgebung der Anwälte gewährleisten will.

Derzeit können wir deshalb noch keinen Zeitpunkt nennen, wann das beA wieder verfügbar sein wird. Die beA-Plattform wird erst dann wieder ans Netz gehen, wenn alle Sicherheitsprobleme zweifelsfrei gelöst sind.

14. Gibt es Beschränkungen bei der Nutzung des beA, zum Beispiel in Bezug auf die Nachrichtengröße oder auf die Anzahl der Nachrichten, die der Nutzer pro Zeiteinheit versenden darf?

Das beA-System sieht keine Beschränkungen vor, wie viele Nachrichten der Nutzer pro Zeiteinheit verschicken darf. Ebenso kann der Nutzer natürlich pro Login alle im beA sich befindenden Nachrichten abrufen.

Es gibt allerdings Vorgaben der Justiz, die die Nachrichtengröße betreffen. So darf eine Nachricht nicht größer als 60 MB sein. Geht eine Nachricht an mehr als fünfzig Empfänger, darf sie nicht größer als 5 MB sein. Noch Vorgaben der Justiz ist es des Weiteren technisch unterbunden, dass eine Nachricht mehr als einhundert Anhänge hat.

15. Wird die BRAK den Rechtsanwälten eine angemessene Frist zwischen Ankündigung und Wiederinbetriebnahme der beA-Plattform einzuräumen?

Ja, die BRAK plant mit einer angemessenen Frist zwischen Ankündigung und Wiederinbetriebnahme der beA-Plattform. Wie lange dieser Zeitraum genau sein wird, wird die BRAK bekannt geben, sobald technische Fragen mit dem entsprechenden Dienstleister geklärt sind. Die Frist kann einen Zeitraum von zwei Wochen umfassen.



bea - Anwaltspostfach news beA weiterhin abgeschaltet / Offline - vom 03.01.2018, 17:08

Mit Newsletter vom heutigen Tage informiert die BRAK recht ausführlich über den aktuellen Stand des besonderen elektronischen Anwaltspostfaches beA.

Wichtigtes Erkenntnis der Stellungnahme der BRAK: das beA ist weiterhin offline also abgeschaltet und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben.

Da somit die besonderen elektronischen Anwaltspostfächer von der BRAK nicht zur Verfügung gestellt werden und damit von der BRAK die gesetzliche Verpflichtung aus § 31a BRAO nicht erfüllt wird, gibt es aktuell keine (passive) Nutzungspflicht. Was es nicht gibt, kann man schlicht nicht nutzen. Da scheinbar das gesamte Anwaltsverzeichnis abgeschaltet ist, können Anwälte beispielsweise auch über das EGVP System nicht adressiert werden.

Gleichwohl ist der BRAK wohl zischenzeitlic auch klar, dass man dan beA nicht einfach wieder anschalten kann. Alle Kanzleien und Anwälte die beA bisher eingerichtet hatten, müssen nach dem erneuten Anschalten des beA erneut tätig werden. Dies wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

Die BRAK plant daher, die Wiederinbetriebnahme des beA derzeit einen zweiphasigen Prozess vorzunehmen und ist zur Klärung dieses Prozesses wohl mit dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in Kontakt.

Klingt fast nach einer weiteren Rechtsverordnung die hier Klarheit schaffen kann.

Den Download des Newsletters finden Sie hier: http://elektronischer-rechtsverkehr.de/newsletter/beA_Sondernewsletter-v-03012018.news.pdf


heise.de hat mit dem Titel des Beitrages auf https://www.heise.de/newsticker/meldung/34C3-Das-besondere-Anwaltspostfach-beA-als-besondere-Stuemperei-3928474.html mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen.

In dem Vortrag auf dem aktuell statt findenden 34C3 haben Markus Drenger und Felix Rohrbach vom Chaos Darmstadt ihre Erkenntnisse bei der Untersuchung der Sicherheitsfunktionen und der Architektur des besonderen elektronischen Anwaltspostfaches beA präsentiert.

Das Ergebnis ist ernüchternd: unsicher, veraltete Software Versionen und konzeptionell eine Katastrophe.

Wer sich den Vortrag anschauen möchte kann dies aktuell bei facebook tun: https://www.facebook.com/erbguth/videos/10155599090484219/ .

Wir haben bereits bei Herrn Drenger bzgl. der Vortragsunterlagen angefragt und werden diese sobald möglich hier veröffentlichen.

bea - Anwaltspostfach news beA weiterhin offline - vom 27.12.2017, 14:55
Eigentlich hatte die BRAK angekündigt, das beA nur über die Weihnachtsfeiertage für Wartungsarbeiten vom Netz zu nehmen. Nachdem sich die Sicherheitsprobleme nun doch als gravierender heraus stellten, bleibt beA bis zur Behebung weiter abgeschaltet. Die Pressemitteilung der BRAK im Originaltext:

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) wird die Plattform beA vorerst weiter offline lassen.

Am Freitag hatte die BRAK die beA-Plattform vom Netz genommen, nachdem ein für den Zugang erforderliches Zertifikat als unsicher eingestuft und gesperrt worden war. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung war davon nicht betroffen. Die Vertraulichkeit der Datenübertragungen war zu jedem Zeitpunkt gesichert. Es handelt sich um ein Zugangs- bzw. Verbindungsproblem, das der Technologieentwickler des beA-Systems trotz intensiver Arbeiten bislang nicht gelöst hat.

Die BRAK wird daher das beA-System erst wieder bereitstellen, wenn der technologische Dienstleister die Störungen vollständig behoben und einen sicheren Zugang gewährleistet hat. Allen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, die entsprechend der ursprünglichen Empfehlung vom 22.12.2017 das ersatzweise bereitgestellte Sicherheitszertifikat installierten, rät die BRAK dringend zur Deinstallation, um sich aus dem Zertifikat möglicherweise ergebende Sicherheitsrisiken für die individuelle PC-Umgebung auszuschließen. Eine Anleitung finden Sie in Kürze hier.


Quelle: http://www.brak.de/fuer-anwaelte/bea-das-besondere-elektronische-anwaltspostfach/

Die BRAK scheint zwischenzeitlich auch eingesehen zu haben, dass die Empfehlung vom 22.12. zur Installation des Zertifikates aus Sicherheitsgründen keine gute Idee war und rät nun allen Betroffenen, das Zertifikat wieder zu deinstallieren. Diesem Rat der BRAK sollte ausnahmsweise Folge geleistet werden.

Die versprochene Anleitung lässt leider noch immer auf sich warten.


so der Titel der Meldung bei heise.de - https://www.heise.de/newsticker/meldung/beA-Schwere-Panne-beim-besonderen-elektronischen-Anwaltspostfach-3927314.html . Treffender kann man die Problematik kaum beschreiben. Die Kommentare zum Artikel auf heise.de häufen sich und offenbare das ganze Ausmaß der Sicherheitslücke.

Die IT Internetseite golem titelt: Bundesrechtsanwaltskammer verteilt HTTPS-Hintertüre - https://www.golem.de/news/bea-bundesrechtsanwaltskammer-verteilt-https-hintertuere-1712-131845.html und führt technisch verständlich erklärt aus, warum man der Anleitung der BRAK zur Installation des Zertifikates nicht folgen sollte.


In einem Sondernewsletter und auf Ihrer Website informierte die BRAK heute darüber, dass für die weitere Funktionsfähigkeit der beA Webanwendung ein neues Zertifikat erforderlich sei. Die Meldung im Original:

Die Bundesrechtsanwaltskammer wurde gestern Abend darüber informiert, dass ein für die beA-Anwendung notwendiges Zertifikat ab dem 22.12.2017 nicht mehr gültig ist. Deshalb ist es notwendig, dass alle beA-Nutzer vor der nächsten Nutzung des beA-Systems ein zusätzliches Zertifikat installieren. Dieses dient dem Kommunikationsaufbau zwischen Browser und beA-Anwendung. Gespeicherte Daten und Verschlüsselungsprozess sind hiervon nicht betroffen.

Zwischenzeitlich ist die Meldung wieder von der Website der BRAK "verschunden". Statt dessen informiert die BRAK nun über Wartungsarbeiten:

Es traten vereinzelt Verbindungsprobleme zur beA-Webanwendung auf. Um die erforderliche Verbindungsstabilität zu beA sicherzustellen, hat die BRAK sich entschlossen, beA am 23. und 24. Dezember sowie an den Weihnachtsfeiertagen für Wartungsarbeiten vom Netz zu nehmen.

Zwischenzeitlich berichten auch renomierte IT-Websites über die peinliche Panne der BRAK: https://www.heise.de/newsticker/meldung/beA-Schwere-Panne-beim-besonderen-elektronischen-Anwaltspostfach-3927314.html .

In dem Newsletter wird auf eine Anleitung zur Installation des Zertifikates verwiesen, die hier zum Download bereits steht: https://www.bea-brak.de/content/Anleitung_zur_Anpassung_der_beA_Konfiguration.pdf




Nutzer der Kanzleisoftwareschnittstelle sind aktuell nicht von dem Problem betroffen, da die Kanzleisoftwareschnittstelle direkt mit dem beA kommuniziert und der beA Security Client hier nicht benötigt wird.


Elektronischer Rechtsverkehr news erste Infos zum elektronischen Empfangsbekenntnis im beA - vom 07.12.2017, 17:26
Mit Email vom 24.11.2017 hat die BRAK nun erstmals Infos elektronischen Empfangsbekenntnis ab 01.01.2018 veröffentlicht. Mit Version 2.0.4 des beA Webclients wurde das EEB in das beA integriert

Empfangene eEB Anforderungen werden durch den folgenden Nachrichtendialog signalisiert:
elektronisches Empfangsbekenntnis im beA

Sofern das Gericht ab 01.01.2018 ein elektronisches Empfangsbekenntnis anfordert, ist dies mittels beA und einem Strulturdatensatz abzugeben. Das EEB wird dabei vom System nicht automatisch nach Eingang im beA abgegebens sondern muss aktiv durch den beA Postfachinhaber erfolgen.

Vorher sollte natürlich geprüft werden, ob der korrekte Empfänger adressiert wurde und die Dokumente lesbar sind. Nach Prüfung und Kenntnisnahme der Dokumente kann das EEB abgegeben oder abgelehnt werden. Dies kann beispieslweise der Fall sein, wenn Dateien defekt und damit nicht lesbar sind.

elektronisches Empfangsbekenntnis im beA

elektronisches Empfangsbekenntnis im beA

bea - Anwaltspostfach news beA Kanzleisoftwareschnittstelle - nicht zum 01.01.2018 - vom 07.12.2017, 17:21
Nicht nur RA-MICRO Nutzer fragen sich, wenn beA endlich in der Kanzleisoftware genutzt werden kann. Eine Anwort auf die Frage hat der Software-Industrieverband Elektronischer Rechtsverkehr e. V. veröffentlicht.

Im Software Industrieverband sind die führenden Kanzleisoftware Hersteller vertreten - https://siv-erv.de/mitgliederliste/mitglieder/ .

Die gemeinsame Aussage des SIV-ERV im Wortlaut:

Der aktuelle Entwicklungsstand des beA erlaubt nicht den Test der beA-Schnittstelle der BRAK im Echtbetrieb, so dass die Mitglieder des Verbands der deutschen Anwaltssoftwarehersteller auf ihrer jüngsten Sitzung der BRAK ihren Standpunkt übermittelt haben, dass derzeit eine praxistaugliche und sichere Anbindung der BRAK-Schnittstelle zum 1.1.2018 kaum möglich erscheint.


Elektronischer Rechtsverkehr news Bundesrat beschließt Elektronischer-Rechtsverkehr- Verordnung - ERVV - vom 22.11.2017, 07:54

Der Bundesrat hat am 03.11.2017 wie angekündigt der Verordnung über die technischen Rahmenbedingungen des elektronischen Rechtsverkehrs und über das besondere elektronische Behördenpostfach (kurz ERVV) mit kleinen Änderungen zugestimmt und ist dabei den Empfehlungen von Rechts- und Innenausschuss gefolgt (Beschluss des Bundesrates, Drucksache 645/17).

Eine der Änderungen betrifft die Verlängerung der Übergangsfrist für die „Durchsuchbarkeit“ von elektronischen Dokumenten, die nun erst ab dem 01.07.2019 zur Pflicht wird, so dass der Anwaltschaft noch genügend Zeit verbleibt, sich mit der erforderlichen OCR-Software und leistungsfähigen Scannern auszustatten.

Die Rechtsverordnung wird noch im Bundesgesetzblatt verkündet und tritt zum 01.01.2018 in Kraft. Sie enthält erstmals einheitliche technische Rahmenbedingungen für die Übermittlung elektronischer Dokumente an die Zivil-, Familien-, Arbeits-, Sozial-, Verwaltungs- und Finanzgerichte der Länder und des Bundes. Als Standard Dateiformat ist PDF zugelassen, für Bilder in Ausnahmen TIFF, sofern dies aus Gründen der Erkenn- bzw. Darstellbarkeit erforderlich ist.

Quelle: http://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2017/0601-0700/645-17(B).pdf?__blob=publicationFile&v=1

Download: http://www.elektronischer-rechtsverkehr.de/download/Elektronischer-Rechtsverkehr-Verordnung-ERVV-645-17(B).pdf

https://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2017/0601-0700/0645-17.html

RA-MICRO news RA-MICRO stellt beA-Integration vor - vom 16.10.2017, 22:11
Auf den Kanzleitagen von RA-MICRO Köln stellte RA-MICRO vor mehr als 150 Anwältinnen und Anwälten erstmals eine Preview der beA-Integration öffentlich vor. Die Lösung wurde mit großer Zustimmung begrüßt. RA-MICRO plant, mit der Jahresversion 2018 die Integration der beA-Schnittstelle der BRAK zu Jahresbeginn auszuliefern.

Wir freuen uns und sind gespannt auf die beA Schnittstelle des Kanzleisoftware Marktführers RA-MICRO. Die Nutzung des beA im Workflow einer Kanzleisoftware erscheint uns als die sinnvollste und effektivste Möglichkeit zur Nutzung des beA.

Quelle: https://www.ra-micro.de/ra-micro-stellt-bea-integration-erfolgreich-vor/


Der 01.01.2018 rückt immer näher und damit der Start der verpflichtenden Nutzung des besonderen elektronischen Anwaltspostfaches beA. Ab dem 01.01.2018 müssen alle in Deutschland zugelassenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte ihr beA auf eingehende Nachrichten überprüfen.

Dies ergibt sich zum einen aus § 31a BRAO, wonach die Bundesrechtsanwaltskammer verpflichtet ist, die Postfächer empfangsbereit einzurichten. Die Übergangsregelung des § 31 der Rechtsanwaltsverzeichnis- und -postfachverordnung - RAVPV, wonach man Eingänge nur gegen sich gelten lassen muss, wenn man dies ausdrücklich erklärt, endet am 31.12.2017.

Weiterhin wird zum 01.01.2018 durch des Gesetz zur Umsetzung der Berufsanerkennungsrichtlinie (v. 12.05.2017, BGBl. I 1121; Pressemitteilung Nr. 3 v. 24.03.2017) folgender Absatz 6 in § 31a BRAO eingefügt und damit eine gesetzliche Regelung zur sogenannten passiven Nutzungspflicht geschaffen: Der Inhaber des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs ist verpflichtet, die für dessen Nutzung erforderlichen technischen Einrichtungen vorzuhalten sowie Zustellungen und den Zugang von Mitteilungen über das besondere elektronische Anwaltspostfach zur Kenntnis zu nehmen.

WICHTIG: Ausnahmen von diesen Regelungen oder Härtefallklauseln sind nicht vorgesehen, weder aus persönlichen Gründen (Alter, Gesundheit) noch aus Gründen der Berufausübung oder der Art oder des Umfangs der anwaltlichen Tätigkeit. Entscheidend ist ausschließich die anwaltliche Zulassung.

Was ist nun zu tun?

Alle Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sollten bis zum 01.01.2018 die Empfangsbereitschaft hergestellt haben.

Was benötigt man dazu?

  • einen Computer mit Internetanschluss
  • die beA Karte
  • ein Kartenlesegerät
WICHTIG: wer seine beA Karte und das Kartenlesegerät noch nicht bei der Bundesnotarkammer bestellt hat, sollte dies schleunigst tun!

Die Bundesnotarkammer garantiert für alle bis zum 30.09.2017 bestellten Karten die rechtzeitige Lieferung vor dem 31.12.2017!

WICHTIG: zur Bestellung der Karte benötigt man eine Antragsnummer. Diese individuelle Nummer wurde 2016 durch die Bundesrechtsanwaltskammer an alle Mitglieder versendet.


Wer das Schreiben der BRAK nicht erhalten oder nicht mehr vorliegen hat, kann die Antragsnummer bei seiner zuständigen Kammer erfragen.

Weiterhin empfehlen wir, sich mit dem besonderen elektronischen Anwaltspostfach beispielsweise in einer unserer beA Basisschulungen vertraut zu machen.

bea - Anwaltspostfach news beA Starthilfe Paket - vom 09.09.2017, 14:34
Bereits seit 2015 wird von verschiedenen Anbietern immer wieder versucht, die Kanzleien von beA Starthile Pakete zu überzeugen. Der Inhalt der beA Starthife Pakte ist oft ähnlich. Wir haben uns einige beA Starthilfe Pakete angeschaut und in einem Beitrag zusammengefasst, was wir von diesen Angeboten halten....

https://www.elektronischer-rechtsverkehr.de/bea-starthilfe-paket.php .


bea - Anwaltspostfach news beA Kanzleisoftware Schnittstelle - vom 14.07.2017, 09:11
Die Intergration der Kanzleisoftware Schnittstellen des beA geht voran. So meldet die BRAK mit ihrem Newsletter vom 13.07.2017:

beA-Schnittstelle für Kanzleisoftware steht bereit

Bislang ist das beA über die Webanwendung unter https://www.bea-brak.de/ erreichbar. Viele Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte setzen jedoch Kanzleisoftware ein. Die BRAK hat daher neben der Webanwendung eine Softwareschnittstelle entwickelt, die den Zugriff auf das beA aus der gewohnten Arbeitsumgebung ermöglichen wird.

Diese beA-Schnittstelle hat die BRAK nunmehr für alle Kanzleisoftwarehersteller bereitgestellt. Die Hersteller können nach Registrierung bei der BRAK die bereitgestellte Schnittstelle für die Integration in die eigene Kanzleisoftware nutzen. Nach Abschluss der Entwicklungen können die Kanzleisoftwarehersteller den Zugriff auf das beA direkt aus der Software heraus ermöglichen. Weitere Informationen für Hersteller von Kanzleisoftware finden sich unter http://bea.brak.de/ksw-schnittstelle/.


Wir freuen uns, dass bei der BRAK die Einsicht gereift ist, dass eine professionelle und effektive Nutzung des beA ohne eine Kanzleisoftware wie beispielsweise RA-MICRO kaum möglich ist.

Nach Auskunft von RA-MICRO leider noch immer ungeklärt ist die Haftungsfrage bei Nutzung von Kanzleisoftware Schnittstellen. Hier hoffen wir auf eine baldige Regelung und Einigung der Beteiligten.

bea - Anwaltspostfach news Kanzleisoftware Schnittstellen - vom 07.06.2017, 11:54
Die Entwicklung der Schnittstellen zwischen dem besonderen elektronischen Anwaltspostfach beA und den Kanzleisoftware Programmen geht voran. Zwischenzeitlich haben die ersten Anbieter von erfolgreichen Tests, u.a. Versand und Empfang von Nachrichten in das beA berichtet. Im einzelnen:

Winmacs
Winmacs berichtet, eine Nachricht inklusive Anhang direkt aus einer Kanzleisoftware (WinMACS) heraus signiert und über die Schnittstelle an das beA erfolgreich übermittelt zu haben - am 04.03.2017 um 22:25 ist dies erstmals gelungen.
Details: https://www.rummel-ag.de/unternehmen/bea/

Advoware
Advoware meldet, dass Kernfunktionen wie Einloggen mittels Kartenlesegerät oder Softwarezertifikat sowie Senden und Empfangen von Nachrichten inkl. Anhängen bereits erfolgreich implementiert werden konnten.
Details: http://www.advoware.de/bea/advoware-und-das-bea/

J-Lawyer
Laut J-Lawyer ist die beA Schnittstelle der Kanzleisoftware bereits mit folgenden Funktionen getestet:
  • Anzeige des beA-Posteingangs, inklusive Unterstützung mehrerer Postfächer
  • Übernahme von beA-Nachrichten in die Akte
  • Senden von Nachrichten
Details:http://www.j-lawyer.org/?p=1959

Elektronischer Rechtsverkehr news elektronische Akte in Strafsachen - vom 19.05.2017, 09:20
Mit der Mehrheit der Koalition hat das Parlament am Abend des 18.05.2017 einen Gesetzentwurf beschlossen, mit dem die elektronische Akte in Strafsachen eingeführt werden soll. E-Akten sollen demnach in Strafprozessen von 2018 an möglich und ab dem Jahr 2026 verpflichtend sein.

Elektronischer Rechtsverkehr news Entwurf der ElektronischerRechtsverkehr Verordnung verabschiedet - vom 28.04.2017, 11:15
Am 23.03.2017 wurde der Referentenentwurf der Elektronischen-Rechtsverkehr-Verordnung ERV vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz veröffentlicht. Damit konkretisieren sich nun die technischen Details in der Ausgestaltung des elektronischen Rechtsverkehrs. So werden u.a. Dateiformate und Protokolle definiert.

Interessant sind z.B. die in § 2 beschriebenen Anforderungen an elektronische Dokumente bezüglich der Dateiformate und der mit dem Dokument zu übermittelnden Dokumentenbeschreibungen / Metadaten:

(1) Das elektronische Dokument ist in folgendem Format zu übermitteln:
1. in durchsuchbarer, druckbarer und kopierbarer Form im Dateiformat PDF oder
2. wenn bildliche Darstellungen im Dateiformat PDF nicht verlustfrei wiedergegeben werden können, im Dateiformat TIFF.
Das Dateiformat muss der nach § 5 Absatz 1 Nummer 1 bekanntgemachten Version entsprechen.

(2) Dem elektronischen Dokument soll ein strukturierter maschinenlesbarer Datensatz
im Dateiformat XML beigefügt werden, der den nach § 5 Absatz 1 Nummer 2 bekanntgemachten Definitions- oder Schemadateien entspricht und mindestens enthält:
1. die Bezeichnung des Gerichts;
2. gegebenenfalls das Aktenzeichen des Verfahrens;
3. die Bezeichnung der Parteien oder Verfahrensbeteiligten;
4. die Angabe des Verfahrensgegenstandes;
5. gegebenenfalls das Aktenzeichen eines denselben Verfahrensgegenstand betreffenden Verfahrens und die Bezeichnung der die Akten führenden Stelle.

Wir haben den Verordnungsentwurf hier zum Download hinterlegt: http://www.elektronischer-rechtsverkehr.de/download/Elektronischer-Rechtsverkehr-Verordnung_23.03.2017.pdf .

Elektronischer Rechtsverkehr news Erfurt: Einführung der elektronischen Akte in Justiz und Verwaltung in Thüringen - vom 30.01.2017, 11:11
Erfurt - Der Thüringer Justizminister Dieter Lauinger (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) und der Geschäftsführer der PDV-Systeme GmbH aus Erfurt, Dirk Nerling, haben am Mittwochvormittag eine entscheidende Vereinbarung zur Umsetzung der elektronischen Akte in der Thüringer Justizverwaltung sowie den Thüringer Gerichten und Staatsanwaltschaften getroffen.

Die Gesetzgebung des Bundes sieht die Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs bis 2020 vor. Gegenwärtiges Ziel ist es, den Thüringer Bürgerinnen und Bürgern bereits vom 1. Januar 2018 an eine Abwicklung ihrer Rechtsangelegenheiten mit den Gerichten über die eröffneten elektronischen Kommunikationswege zu ermöglichen.

In Thüringen gibt es rund 600 Richter und etwa 180 Staatsanwälte. Insgesamt sind an den Gerichtsbarkeiten fast 3000 Personen tätig. Die PDV-Systeme GmbH in Erfurt erhielt im September 2016 den Platin-Award als höchste Auszeichnung in der Kategorie „E-Akte“. Die Auszeichnung wird von der Fachzeitschrift eGovernment Computing und unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern vergeben.

Quelle: http://www.pdv.de/News.1930.0.html#.WI8PhrgxlhE

Die Pressemeldung des Ministeriums der Justiz in Erfurt können Sie hier herunterladen: www.elektronischer-rechtsverkehr.de/download/2016-12-14_PM_Justiz-Thueringen-fuehrt-E-Gerichtsake-ein.pdf



Wer hätte das gedacht: bisher war Thüringen nicht gerade als Vorreiter in Sachen elektronischer Rechtsverkehr bekannt. Bisher ist in Thüringen lediglich der elektronische Rechtsverkehr zu den Registergerichten eröffnet. Das Mahnverfahren wird über das zentrale Mahngericht in Staßfurt/Aschersleben abgewickelt.

Nun besteht also Hoffnung, dass Anwälte und Kanzleien alsbald das beA nutzen und Schriftsätze über das beA an die Gerichte in Thüringen senden können.


bea - Anwaltspostfach news Was ist BEA? ... - vom 26.01.2017, 09:58
... fragen sich Anwälte und Anwältinnen. Eine "alternative" Antwort bzw. wie es jetzt häufiger heist alternative Wahrheit zu der Frage "Was ist BEA" liefert die Bundesagentur für Arbeit. Dort wird der Begriff BEA nämlich als Abkürzung für "Bescheinigungen Elektronisch Annehmen" verwendet.

Quelle: https://www3.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Unternehmen/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI625283

Als Download zum Nachlesen: https://www.elektronischer-rechtsverkehr.de/download/BEA-Bescheinigungen-elektronisch-annehmen-www-arbeitsagentur-de.pdf

... mehr
bea - Anwaltspostfach news beA Schnittstelle zu Kanzleisoftware Programmen - vom 24.01.2017, 09:42
Am 24.01.2017 teilte der Software Industrieverband Elektronischer Rechtsverkehr (SIV-ERV) folgendes mit:

Eine Integration des beA in Kanzleisoftware ist bislang nicht möglich ist. Eine technisch hinreichend aufbereitete Schnittstelle zum beA und ein Zugriff auf die notwendige Testumgebung stehen bis heute noch nicht zur Verfügung. Erst wenn dies der Fall ist, können die Softwarehersteller mit der Integration richtig beginnen. Nach Abschluss einer Phase zur Erprobung und Qualitätssicherung in Zusammenarbeit mit der BRAK geht die Schnittstelle dann in den Echtbetrieb und die Anwender können das beA komfortabel aus ihrer Kanzleisoftware nutzen. Einen genauen Zeitpunkt, zu dem die beA-Schnittstelle in den Echtbetrieb gehen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mitgeteilt werden.

Die Meldung ist hoch interessant. Im SIV-ERV die Hersteller folgender Kanzleisoftware Programme vertreten: RA-MICRO, Datev, BS-Anwalt, ReNoStar, STP, Wolters Klumer, Westernacher .... um nur einige zu nennen, mithin das Who is Who der Anbieter von Kanzleisoftware. Eine Aussage dieses Industrieverbandes zur Bereitstellung von Beschreibungen zur beA Schnittstelle hat einiges Gewicht und lässt leider die Hoffnung sterben, das beA noch 2017 über Kanzleisoftware Programme nutzen zu können.

Quelle: https://siv-erv.de/24-01-2017-stellungnahme-siv-erv-012017-zur-integration-des-besonderen-elektronischen-anwaltspostfachs-bea-in-fachsoftware/

Meldung zum Download: https://www.elektronischer-rechtsverkehr.de/download/stellungnahme-siv-erv-anbindung-bea-an-kanzleisoftware.pdf

Red Group Ihr RA-MICRO & DictaNet Partner in Thüringen, Hessen & Bayern.



Fragen zum elektronischen Rechtsverkehr, zum besonderen elektronischen Anwaltspostfach, der elektronischen Akte, Interesse an Kanzleisoftware, digitalem Diktat oder Spracherkennung? Bedarf an Kanzleiberatung, Consulting oder Schulung?